Geheimtipps für Prag, die Stadt der tausend Brücken

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Geheimtipps für Prag, die Stadt der tausend Brücken

Streetart, alternative Kultur, ein vegan-kulinarisches Highlight, ein skurril aussehender Fernsehturm, ein Straßenfest, eine Zeitmaschine und immer wieder schöne Ausblicke über die Stadt – in diesem Beitrag findest du meine Geheimtipps für Prag.

Prag ist eine wunderschöne Stadt, keine Frage. An den beliebtesten Sehenswürdigkeiten und in der schönen Altstadt kann es aber schon mal vorkommen, dass sich viele Menschen an den prunkvollen Gebäuden oder über die berühmte Karlsbrücke drängeln. An solchen Orten mit großem touristischem Trubel begebe ich mich gerne auf die Suche nach einsameren Stellen, besonderen Ecken, alternativer Kultur und eigentlich immer nach veganen Restaurants. Ich bin fündig geworden und möchte meine Geheimtipps für Prag mit dir teilen und dir zeigen, wo du Prag alternativ und abseits der ausgetretenen Pfade erkunden kannst. Los geht’s!

Der Stadtteil Žižkov

Stadtteilfeste, ruhige Straßen, Streetart und alternative Kultur, ein Berg mit Aussicht und ein skurril aussehender Fernsehturm, der schon mal einen Preis als zweithässlichstes Gebäude der Welt gewonnen hat: Der Stadtteil Žižkov im Bezirk Prag 3 ist ein ehemaliges Arbeiter*innenviertel und hat viel Interessantes und – mal abgesehen von dem sonderbaren Fernsehturm – auch Schönes zu bieten. Žižkov ist mit der Straßenbahn in ein paar Stationen vom Prager Hauptbahnhof zu erreichen. Trotzdem scheint er außerhalb des Radars der meisten Prag-Tourist*innen zu liegen und ist damit noch immer ein Geheimtipp für Prag. Dort kannst du ganz in Ruhe entlang spazieren und auf Entdeckungstour gehen.

Mein Tipp: Durch ein grünes Parkgelände kann man auf den Berg Vitkov (Veitsberg) hinaufspazieren. Von dort aus hat man eine gute Aussicht über den Stadtteil und auf den berühmten Fernsehturm. Auf dem Vitkov befindet sich auch das Nationaldenkmal, das heute ein Museum ist. Die Statue des Hussitenanführers Jan Žižka, nach dem der Stadtteil Žižkov benannt ist, gilt als eine der größten Bronzestatuen der Welt.

Žižkov – ein lebhafter Prager Stadtteil

Wer vom Vitkov wieder hinunterspaziert ist, kann sich auf den Weg Richtung Prager Fernsehturm machen. Dabei lohnt es sich, durch die Straßen des Viertels einfach mal in Ruhe und auch kreuz und quer zu spazieren. Hier findet man neben Streetart auch Poster und Aufkleber mit feministischen, antirassistischen und anderen politischen Statements. Andreas und ich finden außerdem zufällig ein kleines Stadtteilfest, auf dem sich viele Bewohner*innen von Žižkov treffen und auf einer Wiese plaudern, gemeinsam essen und trinken und den fröhlichen Klängen einer kleinen Band lauschen oder dazu tanzen.

Info: Den Stadtteil Žižkov erreichst du am besten mit der Straßenbahn. Vom Hauptbahnhof aus fahren die Linien 5, 9, 26 und 98 zur Station Lipanská. Von dort aus erreichst du sowohl den Berg Vitkov als auch den Fernsehturm gut zu Fuß. Aber Achtung: Fahrkarten solltest du vor Fahrtantritt in einer der U-Bahn-Stationen kaufen, denn an vielen Straßenbahnstationen und in den Bahnen gibt es keine Automaten. Auch in einigen Kiosken oder „Mini-Markets“ kannst du Fahrkarten kaufen.

Die Gärten der Prager Burg

Die Prager Burg ist an sich kein Geheimtipp für Prag – sie ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in der Tschechischen Hauptstadt. Sehenswert ist sie aber in jedem Fall, denn von dort aus hat man einen der schönsten Ausblicke über Prag. Doch die meisten Tourist*innen fahren zur Burg hinauf, passieren sie einmal und gehen gleich auf der anderen Seite wieder hinunter. Mein Geheimtipp für die schönste Runde rund um die Prager Burg: Mit den Straßenbahnlinien 22 und 23 kannst du, zum Beispiel von der Station Malostranská aus, hinauf zur Station Pražský hrad fahren. Von dort aus gelangst du zum Eingang auf das Burggelände, wo ein kurzer Security-Check ansteht und wo sich, je nach Tageszeit, auch schon mal eine längere Schlange bilden kann.

Ausblick über die ganze Stadt

Diese kleine Hürde passiert, solltest du nicht einfach geradeaus auf die Burg zulaufen, sondern einen Abstecher nach links durch die Burggärten machen. Die Gärten sind nicht nur schön grün und bunt bepflanzt, sondern bieten auch viele ruhige Stellen, an denen man ganz ungestört entlangspazieren kann und schließlich einen tollen Blick auf die Rückseite der Burg hat. Von dort aus kannst du dich auf den Weg durch das Burggelände machen, das sehr schön, aber auch relativ überlaufen ist. Am anderen Ende der Burg angekommen, erwartet dich ein wunderschöner Ausblick über Prag. Anstatt dich dort an den Aussichtsstellen um einen Fotoplatz zu drängeln und anschließend auf dem Hauptweg wieder hinunter in die Stadt zu laufen, biege lieber nach rechts ab und laufe durch die unteren Burggärten. Dort findest du viele Stellen, an denen du in Ruhe die Aussicht genießen kannst. Du kannst durch die Gärten außerdem bis zum Ende durchlaufen und dort auf einem kleineren Weg wieder hinunter in die Stadt gehen. Dort wartet dann gleich das nächste Highlight auf dich, das du im nächsten Tipp findest.

Vegan in Prag: Das Restaurant Vegan’s Prague

Eines meiner kulinarischen Highlights und für mich ein Geheimtipp zum Essengehen in Prag: Das Restaurant Vegan’s Prague, das direkt unterhalb der Prager Burg liegt. Das rein vegane Restaurant liegt ein wenig versteckt und ist hinter dem Eingang über mehrere Holz-Wendeltreppen zu erreichen.

Auf der Karte stehen neben klassischen Gerichten wie Burger und Pasta auch einige tschechische Spezialitäten, nur eben in vegan. Besonders zu empfehlen: Das Svíčková mit geräuchertem Tempeh, Knödeln und Cranberries sowie das Kartoffelgulasch, dazu eine hausgemachte Limonade und als Nachtisch ein Stück der leckeren roh-veganen Torten und Kuchen – nach einem langen Spaziergang rund um die Burg und durch die Burggärten genau das Richtige!

Tipp: Es gibt auch eine kleine Außenterrasse mit Blick auf die schönen Gebäude im Burgviertel – dort solltest du unbedingt einen Tisch reservieren, wenn du einen der wenigen Plätze ergattern möchtest.
Wenn du vegan in Prag und anderswo unterwegs bist, kann ich dir die App Happy Cow sehr empfehlen. Sie zeigt dir alle veganen Essensoptionen in der Umgebung an!

Das Prager Metronom

Ich liebe es, Städte von oben zu sehen und die vielen kleinen Details zu entdecken. Wer also wie ich nach einem Besuch der Prager Burg noch immer Lust auf einen schönen Ausblick über die Stadt hat, sollte abends vor dem Sonnenuntergang zum Prager Metronom hinaufgehen. Das Metronom ist eine künstlerische Installation und heißt eigentlich gar nicht Metronom, sondern „Time Machine“. Der Künstler Vratislav Karel Novák möchte damit den unaufhaltsamen Lauf der Zeit symbolisieren und gleichzeitig zum Erinnern der Vergangenheit aufrufen. Rund um das Metronom mit seinem überdimensionalen Zeiger, der bedächtig hin- und herschwingt, treffen sich abends viele Junge Menschen. Gemeinsam genießen sie die Aussicht auf die Stadt, die abends von der Sonne in ein goldenes Licht getaucht wird.

Den besten Ausblick hat man allerdings nicht direkt am Metronom, sondern etwas weiter stadtwärts. Dort gibt es einen Aussichtspunkt, an dem klar wird, warum Prag auch „die Stadt der tausend Brücken“ genannt wird. Brücke hinter Brücke hinter Brücke ragt vom einen Ufer der Stadt über die Moldau hinweg auf die andere Seite. Der besondere Ausblick über die Brücken macht diesen Aussichtspunkt für mich zu einem echten Geheimtipp für Prag.

Tipp: Vom Metronom aus solltest du einen Weg nahe der Brücke „Čechův most“ hinuntergehen – der Blick auf die Moldau und auf die zwei Säulen der Brücke ist besonders im Abendlicht sehr schön.

Die Schützeninsel

Da ich Städte meistens zu Fuß erkunde und viel herumlaufe, freue ich mich immer umso mehr über einen schönen Pausenplatz zum Ausruhen. Gefunden habe ich ihn in Prag unterhalb der Legionsbrücke (Most legií). Dort befindet sich die Schützeninsel (Střelecký ostrov), auf der du unter den alten Bäumen viele schattige Plätze mit einem schönen Ausblick über die Moldau und auf die gegenüberliegenden Ufer findest. Im Sommer finden auf der kleinen Insel häufig Open-Air-Festivals und andere Kulturveranstaltungen statt.

Natürlich haben wir in Prag noch viel mehr gesehen und entdeckt. Deshalb folgt unten zum Abschluss noch eine kleine Fotostrecke.

Info: Prag war die erste Station einer insgesamt knapp einen Monat langen Zug- und Busreise durch Osteuropa. Von dort aus ging es mit dem Nachtzug weiter nach Krakau. Die Reiseberichte zu den weiteren Stationen mit vielen Tipps und Fotos folgen in den nächsten Wochen.
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Warst du auch schon mal in Prag und hast besondere Orte entdeckt, die dir besonders gut gefallen haben? Was sind deine Gehimtipps für Prag? Ich freue mich über deinen Kommentar unter dem Beitrag!

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