Klimaschutz im Alltag: Diese Handlungen haben den größten Einfluss auf den CO2-Fußabdruck

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Immer mehr Menschen fragen sich, was sie im Alltag tun können, um Klima und Umwelt zu schützen. Eine schwedische Studie bringt Licht ins Dunkel: Es gibt fünf Dinge, die einen besonders großen Einfluss auf den persönlichen CO2-Fußabdruck haben.

Inzwischen ist es längst traurige Gewissheit: Es gibt kaum mehr Chancen, das in der internationalen Klimapolitik angestrebte Zwei-Grad-Ziel noch einzuhalten. Die Regierungen versagen auf ganzer Linie und geben weiterhin wirtschaftlichen Interessen Vorrang vor Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz. Das aktuellste Beispiel ist wohl der Hambacher Forst – für den Braunkohlabbau, die dreckigste Art der Energiegewinnung, sollen hier die letzten Hektar eines 12.000 Jahre alten Waldes durch RWE gerodet werden.

Und das alles, obwohl ein Anstieg der globalen Temperatur um zwei Grad und mehr für alle Menschen auf diesem Planeten drastische Folgen haben wird.

Politisches Engagement – macht euch auf den Weg!

Es wird Zeit, dass die Menschen selber aktiv werden und den Druck auf die Politik erhöhen. Wir müssen zeigen, dass wir es nicht weiter hinnehmen, dass die Umwelt zerstört und das Klima weiter angeheizt wird. Sowohl online-Petitionen als auch Aufrufe zu Demonstrationen und zu anderen Aktionen für den Klima- und Umweltschutz findet ihr zum Beispiel bei Campact oder bei Greenpeace. Genauso wichtig sind natürlich ganz aktuell auch laute Stimmen gegen rechts – bei Aufstehen gegen Rassismus findet ihr Demo- und Aktionstermine.
Generell gilt natürlich auch: Erhebt eure Stimme, mischt euch ein und werdet laut für Menschenrechte und für Klima- und Umweltschutz!

Was schützt das Klima und die Umwelt am meisten?

Immer mehr Menschen fragen sich außerdem, was sie im Alltag selber tun können, um zum Klimaschutz beizutragen. Viele wechseln zu Ökostrom, vermeiden Plastik und anderen Abfall, konsumieren weniger, essen weniger Fleisch oder fahren weniger Auto. Aber welche unserer persönlichen Handlungen haben eigentlich einen wirklich großen Einfluss auf das Klima? Diese Frage haben sich Kimberley Nicholas und Seth Wynes vom Zentrum für Nachhaltigkeitsstudien an der Universität Lund in Schweden gestellt.

Aus den Ergebnissen der Studie lassen sich konkrete Tipps ableiten, was jede*r einzelne für den Klimaschutz tun kann. Einen hohen Einfluss auf den persönlichen CO2-Fußabdruck haben vor allem fünf Handlungen – lasst sie uns mal gemeinsam anschauen!

Was beeinflusst den individuelen CO2-Fußabdruck am meisten? (Grafik: Seth Wynes und Kimberly Nicholas/​Environmental Research Letters)

Vegan leben

Wer sich pflanzlich ernährt, spart pro Jahr 0,8 Tonnen CO2 ein. Damit gehört eine vegane Ernährung zu den „High Impact“-Handlungen, wenn auch in der schwedischen Studie an sechster Stelle.

Wichtig ist hier aber zu beachten, dass die Studie lediglich den CO2-Verbrauch darstellt, nicht aber beispielsweise den Verbrauch an Land und Ressourcen, der bei tierischen Produkten deutlich höher liegt als bei pflanzlichen.

Eine aktuelle Studie der Universität Oxford bezieht diese Punkte mit ein und kommt zu dem Ergebnis, dass eine vegane Ernährung einen deutlich größeren Einfluss auf Klima und Umwelt hat als bisher angenommen: Beispielsweise könnte die Größe der Acker- und Weideflächen weltweit um 75 Prozent reduziert werden wenn sich alle Menschen vegan ernähren würden – und dabei könnten alle satt werden.

In diesem Video werden die Ergebnisse der Oxford-Studie anschaulich und verständlich dargestellt:

Ökostrom beziehen

Ebenfalls einen großen Einfluss auf unseren CO2-Fußabdruck hat, ob wir Ökostrom beziehen oder nicht. Der Wechsel von konventionellem Strom zu Ökostrom spart pro Jahr 2,3 Tonnen CO2.

Wer jetzt wechseln möchte, auch mit Blick auf die Geschehnisse im Hambacher Forst, findet bei Greenpeace eine gute Übersicht mit seriösen Ökostrom-Anbietern. Den Vertrag mit dem neuen Ökostromanbieter kannst du übrigens online ausfüllen und abschicken. Um alle weiteren Schritte kümmert sich dann der neue Ökostromlieferant.

Weniger fliegen

Wer pro Jahr auf nur einen transatlantischen Flug verzichtet, spart ganze 1,6 Tonnen CO2 ein. Hier gilt natürlich: Je weniger wir fliegen, desto besser. Der Effekt des Fliegens ist deutlich größer, als wir es uns vorstellen. Wusstest du zum Beispiel, dass ein Flug nach San Francisco und zurück pro Passagier rund 5 Quadratkilometer Arktiseis schmelzen lässt? In meinem Blogartikel Warum ich Flugreisen vermeide und Europa mit dem Zug erkunde gibt es noch mehr Zahlen und Fakten zum Einfluss des Fliegens auf das Klima.

Hier findet ihr außerdem Infos zu Zugverbindungen, Preisen und Buchung.
Wenn ihr spannende und außergewöhnliche Urlaubserlebnisse ganz in der Nähe sucht, dann werdet ihr hier ganz bestimmt fündig (siehe Link)!

Mit dem Zug durch Europa

Europa mit dem Zug erkunden: Ist nicht nur aufregend, sondern schont auch das Klima.

Autofrei leben

Ganze 2,4 Tonnen CO2 kannst du sparen, indem du auf das eigene Auto verzichtest. Insbesondere in der Stadt ist es nicht nur häufig einfach, auf das Auto zu verzichten, sondern auch sinnvoll: Der Autoverkehr verursacht neben klimaschädlichem CO2 auch gesundheitsschädlichen Feinstaub und Stickstoffoxide – beides verantwortlich für Atemwegs- und Herzkreislauf-Erkrankungen. Rund 6000 vorzeitige Tode werden im Jahr durch verschmutzte Luft verursacht. Tests der Deutschen Umwelthilfe zeigen, dass in mindestens 115 deutschen Kommunen die Stickstoffdioxidwerte überschritten werden.

Weltweit atmen inzwischen neun von zehn Menschen verschmutzte Luft. Wer die Möglichkeit hat, sollte also besser aufs Auto verzichten und den ÖPNV mit Fahrrad und Carsharing-Angeboten kombinieren.

Ein Kind weniger bekommen

Das ist der wohl umstrittenste und auch am meisten kritisierte Punkt der schwedischen Studie. An erster Stelle steht mit rund 58,6 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr die Entscheidung, ein Kind weniger zu bekommen (wenn man in einem Industrieland lebt). Und das heißt, genauso wie beim Fliegen: Möglichst wenig, am besten keins. Die Wissenschaftler gehen dabei davon aus, dass jedes Kind, das in einem Industrieland geboren wird, durch seinen entsprechenden Lebensstil viele CO2-Emissionen verursachen wird.

Nachhaltig leben – wir müssen nur damit anfangen!

Ein positiverer Ausblick wäre natürlich, dass die gesamte Gesellschaft sich in Richtung eines nachhaltigen und umweltverträglichen Lebens entwickelt, sodass der CO2-Fußabdruck jede*r einzelne*n deutlich kleiner wird – das würde aber bedeuten, dass wir vieles an unserem Lebensstil ändern müssten. Mindestens die in der Studie genannten Punkte: Vegan leben, Ökostrom beziehen, das Auto abschaffen und nicht mehr fliegen. Möglich wäre es, wir müssen nur irgendwann mal damit anfangen!

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Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Alltag

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2 thoughts on “Klimaschutz im Alltag: Diese Handlungen haben den größten Einfluss auf den CO2-Fußabdruck

  1. Sehr schöner Artikel! Ich prüfe monatlich meinen ökologischen Fußabdruck und schaue, was ich noch verbessern kann (und das geht ja bekanntlich immer). Daher habe ich mich jetzt entschlossen, nach und nach immer mehr vegan zu essen. Wenn mir das jemand vor einem Jahr gesagt hätte. Aber wenn wir nichts ändern, ändert sich nichts. Mein Auto habe ich auch verkauft… und vermisse es gar nicht. Ich fahre alles mit dem Rad. Habe seitdem mehr Muskeln, bin fitter und fühle mich wohl. Öko-Strom beziehe ich schon seit Jahren. Campact unterstütze ich auch. Ich fliege so gut, wie nie. Alles in allem kann ich selbst sagen (und ich bin 52 Jahre): Jeder kann jederzeit etwas tun: Man muss es nur tun!

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