Kanuwandern in Schweden im Nationalpark Glaskogen

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Kanutour in Schweden

Schweden, Seen, Sommer und Sonnenwende: Eine Kanutour in Schweden im Nationalpark Glaskogen ist ein besonderes Natuerlebnis. In dieser Fotostrecke findest du viele Impressionen von meiner Kanutour in Schweden im Sommer 2015. 

Kanuwandern in Schweden – Lagerfeuer, Natur, Einsamkeit

Heute ist Mittsommernacht. Unweigerlich muss ich an diesem Tag an Schweden denken – im Sommer 2015 habe ich den ‚Midsommar‘, den längsten Tag des Jahres, dort verbracht. Am Lagerfeuer, irgendwo auf einer einsamen See-Insel im Naturreservat Glaskogen. Gemeinsam mit meinem Freund Andreas war ich dort zwei Wochen lang zum Kanuwandern. Tagsüber sind wir über die vielen Seen gepaddelt, oft in absoluter Einsamkeit. Abends saßen wir dann am Lagerfeuer vor einer der vielen kleinen Schutzhütten im Nationalpark, wo wir auch gezeltet haben.

Die gesamten zwei Wochen lang haben wir kaum auf einen Bildschirm geguckt, die Handys waren immer eingepackt – und am Ende haben wir gemerkt, dass wir nach einer falschen Uhrzeit auf unserem mitgebrachten Campingwecker gelebt haben. Das hat aber nichts gemacht, wir haben schließlich einfach in den Tag gelebt und mussten nichts weiter tun als Paddeln, die Natur genießen und abends einen Unterschlupf bei einer Schutzhütte zu finden. Die folgenden Fotos zeigen ein paar Impressionen unserer Kanutour in Schweden, darunter findest du zusätzliche Infos und Anekdoten von der Reise.

Kanuverleih Schweden

Kanuverleihe gibt es in Schweden viele. Sie rüsten Kanuwanderer mit allem nötigen Zubehör aus.

Kanuverleih in Schweden mit Campingplatz

Mit dem Zug sind wir von Stockholm nach Arvika gereist, eine kleine Stadt am Rande des Nationalparks Glaskogen. Wir haben uns entschieden, das Kanu nicht direkt im Ort auszuleihen, sondern bei einem kleineren und auch günstigeren Kanuverleih etwas außerhalb, im kleinen Ort Edane am See Varmeln. Der Betreiber hat uns am Bahnhof abgeholt, freundlich empfangen und uns dann mit allem nötigen Zubehör für die bevorstehende Kanutour ausgerüstet. Nach einer Nacht auf dem idyllisch gelegenen Campingplatz des Kanuverleihs ging es dann am nächsten Morgen los.

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Schweden Glaskogen See

Das glasklare, saubere Wasser der Seen kann man sogar trinken.

Vom Campingplatz aus sind wir erst einmal eine Weile lang gepaddelt, bis wir dann eine kleine, einladende Insel im See gefunden haben. Zeit für die erste Pause! Mitten im Nationalpark kommt man übrigens auch mal längere Zeit nicht mit der Zivilisation in Kontakt. Wir haben deshalb oft im – ziemlich kalten – Seewasser gebadet. Das Wasser kann man auch trinken, man sollte es nur nicht am Ufer abfüllen, sondern dafür möglichst weit auf den See hinausfahren.

Kanuwandern im Glaskogen: Ohne Übertragen geht es nicht

Die Seen im und rund um den Nationalpark und das Naturreservat Glaskogen liegen nicht alle nah beieinander. Deshalb muss man das Kanu an mehreren Stellen übertragen, teilweise auch über mehrere Kilometer. Das hier war eine der längeren Strecken – vom See Varmeln hinüber zum See Glafsfjorden. Über eine Landstraße haben wir das Kanu bis zum nächsten See transportiert – Andreas hat gezogen, ich angeschoben. Die wenigen Autofahrer*innen, denen wir begegnet sind, haben uns mit einem Winken nett gegrüßt.

Ferienhaus See Schweden

Ein ganz typisches Bild für Schweden: Kleine Ferienhäuschen am See.

Am Glafsfjorden angekommen, wurden wir von diesem für Schweden ganz typischen Bild begrüßt: Kleine Ferienhäuschen am See, umgeben von Bäumen und bunten Lupinen.

Schlafplatz auf einer windigen Insel

Auf unserer Kanu-Wanderkarte haben wir uns immer unsere möglichen Übernachtungsplätze ausgesucht und sind dann darauf zugesteuert. Unser erster Schlafplatz befand sie auf einer steinigen Insel im Glafsfjorden. Der Platz war wunderschön, aber leider hat uns der Wind ziemlich zu schaffen gemacht – er war kalt und wehte frontal auf uns zu, sodass wir kein Feuer anmachen konnten und uns schnell im warmen Zelt verkrochen haben.

Kanutour mit Abenteuer-Faktor

Am nächsten Tag haben wir den großen Glafsfjorden-See überfahren. Das stellte sich als ziemlich abenteuerlich heraus: Es war noch immer sehr windig und die Wellen auf dem See waren so hoch, dass wir aufpassen mussten, nicht parallel zu ihnen zu fahren. Sonst hätte es uns durchaus passieren können, mit einem großen „Schwapp“ zum Kentern gebracht zu werden. Deshalb sind wir im Zickzack durch den See hindurchgefahren und schließlich in eine Bucht eingefahren, in der das Wasser plötzlich wieder ganz ruhig war. Dort konnten wir geschützt vom Wind abends endlich ein Lagerfeuer machen.

Vom Glafsfjorden aus haben wir das Kanu noch mehrmals übertragen und sind zwischendurch auch über kleinere Seen gefahren, bis wir schließlich im Herzen des Nationalparks Glaskogen ankamen. Dort ist es noch einmal ein wenig einsamer als am Varmeln und am Glafsfjorden und an den Ufern sieht man teilweise nur noch selten die typischen schwedischen Ferienhäuser. Wie man auf den Fotos sieht, war das Wetter etwas wechselhaft. Einmal mussten wir uns vor einem herankommenden Gewitter schnell auf eine Insel und in eine Schutzhütte flüchten.

Elche gesucht, Mücken gefunden

Am Stora Gla, einem der Hauptseen des Nationalparks Glaskogen, habe ich meine Lieblingsstelle der gesamten Kanutour gefunden. Nicht nur weil dort der Ausblick so schön ist, sondern auch weil es dort eine Konstruktion gab, mit der wir in einem Eimer das Seewasser über dem Feuer aufwärmen konnten – noch nie habe ich eine warme Dusche so sehr gefeiert! Schließlich haben wir uns an den Tagen davor immer im kalten Seewasser gebadet.
Von der Stelle aus haben wir auch eine kleine Wanderung in die umgebenden Wälder unternommen. Denn was fehlt noch bei einer Kanutour in Schweden? Richtig – ein Elch! Leider hatten wir an diesem Abend und auch während der gesamten Kanutour kein Glück und haben keinen einzigen Elch gesehen. Dafür haben wir in den teilweise sumpfigen Wäldern zahlreiche Stechmücken angetroffen. Oder sie uns. Man weiß es nicht so genau. Bestimmt treffen wir beim nächsten Urlaub in Schweden dann einen Elch!

Das Wetter blieb die gesamte Tour über wechselhaft. Immer wieder gab es Abschnitte mit Sonnenschein, gefolgt von dunklen Gewitterwolken. Meistens haben wir aber zum Glück rechtzeitig einen Unterschlupf gefunden.

Am Ende der zwei Wochen haben wir uns schließlich von einem Mitarbeiter des Kanuverleihs abholen und zurück zum Verleih und dem Campingplatz fahren lassen. Das war auch der Moment, in dem wir gemerkt haben: Wir haben zwei Wochen lang nach der falschen Uhrzeit auf unserem Campingwecker gelebt. Denn wir waren zu einer bestimmten Uhrzeit zum Abholen verabredet – und als wir dann das Handy angemacht haben, war es dort plötzlich gut eine Stunde später, als wir dachten. Den vereinbarten Abholzeitpunkt hatten wir verpasst. Nach einem erklärenden Anruf beim Kanuverleih war der Mitarbeiter aber zum Glück so nett, noch einmal umzukehren und uns abzuholen. Glück gehabt – wir wurden nicht in der einsamen Natur des Glaskogen zurückgelassen!

Von Edane aus ging es schließlich zurück in die Zivilisation, nach Stockholm, wo wir noch zwei Tage verbracht haben. Nach der Kanutour mit viel Bewegung und dem zwar leckeren, aber doch etwas spärlichen Campingessen, hat es uns dort das vegetarisch/vegane Restaurant Hermitage angetan. Das leckere und günstige Buffet war nicht lange vor uns sicher!
Hier noch ein paar Impressionen von Stockholm:

Zum Weiterlesen: Das könnte dich auch interessieren: Wandern im Velebit-Gebirge im kroatischen Hinterland. Ein Tag beim Wasserfall Skradinski Buk im Nationalpark Krka in Kroatien. Alle meine Reiseberichte mit viel Naturerlebnis und Stadtabenteuer findest du in der Rubrik Nachhaltig reisen.

Hast du auch schon mal eine Kanutour in Schweden gemacht oder hast du Fragen zu unserer Tour? Dann freue ich mich, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt. Übrigens: Zu meinem Blog gibt es auch eine Facebookgruppe, in der du mir Fragen stellen oder Themenwünsche für den Blog mitteilen kannst.

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